Sonntag, 24. April 2016

Frühjahrswanderung - Rund um den Sacrower See



Die Frühjahrswanderung der SV Dresdenia Wandergruppe führte uns gestern zum Sacrower See. Der Ort Sacrow selbst ist ein Gemeindeteil von Potsdam. Bekannt ist Sacrow durch sein Schloss und der Parkanlage und durch die Heilandskirche, die am Ufer des Jungfernsees steht.

Das Schloss Sacrow (Bild 1) wurde 1773 von dem schwedischen Generalleutnant Johann Ludwig von Hordt als Herrenhaus erbaut. Wie so viele andere Gebäude aus dieser Zeit hat auch dieses eine wechselvolle Geschichte durchlebt und etliche Besitzer gehabt.
Ein wichtiges Datum dabei ist das Jahr 1840, als König Friedrich-Wilhelm IV. Gut und Herrenhaus für 60.000 Taler kaufte. Er ließ das Herrenhaus erweitern und gab Befehl die Heilandskirche (Bild 2 - 5) zu bauen. Außerdem erhielt Peter Joseph Lenné den Auftrag, den Park anzulegen. Die Bezeichnung Schloss erhielt das Herrenhaus, weil Lenné im Park Sichtachsen schuf, die den Blick auf die Schlösser Pfaueninsel, Glienicke und Babelsberg freiließen, obwohl der König dort nie gewohnt hat. Im Park steht eine heute tausendjährige Eiche, die als Naturdenkmal geschützt ist.
Aus den folgenden Jahren bis zum Ende des Kaiserreichs ist nur wenig bekannt. Nach der Novemberrevolution 1918 bewohnte ein preußischer Staats- und Finanzminister das Schloss. Ab 1938 war es Wohnsitz des Generalforstmeisters und nach dem Krieg wurde es dann als Kinder- und Erholungsheim für Verfolgte des Naziregimes eingerichtet, bevor es dann 1961 von der Nationalen Volksarmee und anschließend von den Zollbehörden der DDR übernommen wurde.
Nach der Wende wurde durch die "Stiftung Preußische Schlösser und Gärten" angefangen, den Park nach den Vorgaben von Lenné wieder herzurichten und das Schloss als Museum zu nutzen. Aus infrastrukturellen Gründen wurden diese Arbeiten aber abgebrochen. Heute werden von einem Verein als Zwischennutzung dort Ausstellungen durchgeführt.

Wie oben schon erwähnt entstand die Heilandskirche auf Befehl des Königs Friedrich-Wilhelm IV. Die auf Grund ihrer Lage und ihres Stils außergewöhnliche Kirche wurde dann 1844 errichtet. In den folgenden Jahren wurden einige Umbauten vorgenommen.
Nach dem Bau der Mauer im August 1961 kam es in den nachfolgenden Jahren zu erheblichen Beschädigungen. Sie stand fortan im sogenannten Niemandsland und verfiel zusehends.
Auf Initiative des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Westberlin, Richard von Weizsäcker, konnte 1984/85 nach langwierigen Verhandlungen mit kirchlichen Stellen und den zuständigen Regierungsstellen der DDR, das Äußere des Kirchengebäudes wieder hergestellt werden.
In den Jahren 1993 bis 1995 begann eine aufwendige Sanierung und die Kirche erhielt ihr heutiges Gesicht. Im Jahre 2009 wurde eine neue Orgel eingebaut.

Eingebettet in den Sacrower Schlosspark ist sie Teil der Potsdamer Havellandschaft, die von der Pfaueninsel bis nach Werder reicht und mit ihren Schlössern und Gärten als Ensemble seit 1990 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht.

















Vielen Dank für's Anschauen!

Eure Jutta

Kommentare:

  1. Liebe Jutta
    eine wunderschöne Wanderung zu dem See, Schloss und Kirche!
    Wunderbare Aufnahmen hast du mit gebracht!
    Schönen Sonntag!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Jutta
    Es ist Sonntagmorgen, und ich habe schon wieder mir Unbekannte kennengelernt. Deine Ausführungen sind sehr informativ. Vielen Dank für den Text und die Bilder.
    Herzlich, do

    AntwortenLöschen
  3. Schöne Frühlingsbilder hast du von deinem Spaziergang mitgebracht, Jutta

    lg gabi

    AntwortenLöschen
  4. Hola liebe Jutta,

    das war bestimmt nicht nur ein toller sondern auch sehr interessanter Ausflug bzw. Wanderung. Danke dir vielmals dass du uns an diesen schönen Ort mitgenommen hast.

    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und sende herzliche Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Jutta,
    Deine Wanderung war wohl wirklich wunderschön. Ihr hattet noch tolles Frühlingswetter, da macht das alles noch viel mehr Freude.
    Liebe Grüße
    moni

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Jutta,
    das sind wunderschöne Bilder. Ich bin gerne mitgegangen. Ich kenne ein klein wenig von der Potsdamer Havellandschaft, es hat mir immer gut gefallen. Die Heilandskirche mit ihren wunderschönen Fliesen zwischen den Backsteinen ist wirklich eine Zierde. Wie schön, dass man sie wiederhergestellt hat.
    Herzliche Grüße
    Elke

    AntwortenLöschen
  7. Sehr schöne Fotos :-) Vielen Dank für die Eindrücke und Informationen! Liebe Grüße, Liz

    AntwortenLöschen
  8. Ein herrlicher Frühlingsausflug - danke schön für die fachkundige Führung! Wird die Kirche profan oder kirchlich genutzt?
    Eine gute neue Woche,
    Luis

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Luis,

      heute wird sie auch wieder kirchlich genutzt. Als wir da waren, sollte gerade ein Gottesdienst stattfinden. Deshalb konnte ich und wollte ich auch nicht den Innenbereich fotografiere.

      Liebe Grüße
      Jutta

      Löschen
  9. Da hast Du ja richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Bei uns ist es im Moment nur saukalt und gestern hat es viel geregnet.
    Grüßle Bellana

    AntwortenLöschen
  10. Eine schöne Wanderung mit vielen tollen Bildern und Infos.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche,
    Gabi

    AntwortenLöschen