Montag, 10. März 2014

Nostalgie - 3. Spiele in der Kindheit






Diesmal geht es bei Doros Projekt "Nostalgie"

ums Spielen drinnen und draußen.


Ich bin immer schon ein Randbewohner von Berlin gewesen. So habe ich meine gesamte Kindheit in einem eher dörflichen Umfeld verbracht. Als wir 1952 in unsere damalige Wohnung - einem 2-Familien-Haus mit riesigem Garten zogen - befand sich auf dem Nachbargrundstück noch eine Pferdekoppel mit anschließendem Bauerngehöft. Hinter unserem Garten war eine Laubenkolonie. Dann ging es ein kleines Stück hoch und dort begannen Felder soweit das Auge reichte.
Auf der Straße vor dem Haus war noch richtiges Kopfsteinpflaster, was einem beim Fahrradfahren die Eingeweide aus dem Leib geschüttelt hat. Autos fuhren so gut wie nie da lang, höchstens ab und an mal ein Lieferwagen oder ein Pferdefuhrwerk.

Wir hatten also in der warmen Jahreszeit viel Platz, um rumzustromern und zu spielen. Auf der Straße spielten die Jungen meistens Fußball oder stellten irgendwelche Dummheiten an. Wir Mädchen dagegen schoben ganz stolz unsere Puppenwagen durch die Gegend und bewunderten gegenseitig, was unsere Puppen so anhatten.

Das erste "Spielzeug" an das ich mich erinnern kann, war natürlich unserer Sandkasten im Hof. Unzählige Sandkuchen habe ich dort mit meiner Schwester zusammen gebacken.
Später haben wir dann Hopse oder mit Murmeln gespielt und vieles andere mehr und als wir etwas größer waren, sind wir durch den Wald zum Strandbad Grünau gelaufen und haben uns dort den ganzen Tag vergnügt. Man brauchte ja nicht viel: 10 Pfennig Eintritt, 5 Pfennig für ein Brötchen und 5 Pfennig für eine Limo. 

Im Winter war natürlich Schlittenfahren angesagt. Dabei leistete der kleine Berg hinter unserem Garten gute Dienste. Man hatte es nicht so weit. Aber wir stromerten auch im Winter durch die Gegend. Ich kann mich noch an einen Vorfall erinnern, wo bei so einer Gelegenheit meine Schwester mit etwa 3 Jahren in einen Graben gefallen war. Wie Ihr Euch sicher denken könnt, war zu Hause die entsprechende Abreibung fällig.

Als Kinder haben wir im Winter natürlich auch viel gemalt, gebastelt, mit dem Puppenhaus oder unseren Puppen gespielt. Gesellschaftsspiele wie Halma, Mensch-ärgere-Dich-nicht und auch verschiedene Kartenspiele spielten wir viel mit unsere Eltern.

Ich könnte hier noch so vieles anfügen, was mir in dem Zusammenhang einfällt. Aber ich denke auch immer wieder, dass wir doch eine wunderschöne Kindheit hatte. Vieles war um etliches bescheidener, aber wir waren trotzdem glücklich - Geld ist eben doch nicht alles.



Liebe Grüße
Jutta







Kommentare:

  1. Hast du schön geschrieben liebe Jutta, stimmt wir als Kinder haben wünscherschön gespielt und waren viel an der frischen Luft.
    Heute sitzen die Kids mit den Handys oder vor den Spielekonsolen.

    Liebe Wochenstartgrüße
    Angelika

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  2. Oh ja liebe Jutta, wir konnten uns noch mit sehr wenig beschäftigen und sind vor allem viel an der frischen Luft gewesen. Was war es doch schön, wie ausgeglichen waren wir, unsere Streiche waren harmlos und wir konnte noch unterscheiden was TV und reales Leben angeht. Ich für mich denke es war besser, zumindest wenn die Kids heute nur noch vorm PC oder Spielen hocken....

    Tolle Erinnerung von dir, ich habe mich in vielen Dingen wiederfinden können.

    Wünsche dir einen schönen Wochenstart und sende liebe Grüssle

    Nova

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  3. Vieles erkenne ich auch aus meiner Kindheit wieder, und es tut gut, solche Kindheitserlebnisse zu lesen.
    Wer braucht diese unendlich vielen Variationen an Dingen, mit denen die Regale in den Läden gefüllt sind. Oft sicher nur Ersatz für Gemeinschaft oder die verloren gegangene Fähigkeit auch mit sich alleine zufrieden zu sein.
    LG, Birgit

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  4. Liebe Jutta,
    schön wie Du das Leben unserer Kinder beschreibst. Sie müssen ja deshalb nicht weltfremd werden. Wie wir immer wieder feststellen geht beides. Früher gab´s allerdings weniger Auto´s! Mein Mann konnte in Berlin und später in Hannover noch auf der Straße spielen, das stelle man sich heute mal vor! Auch ich habe auf der Straße gespielt und wir waren zwar oft uns selbst überlassen aber deshalb noch lange nicht verwahrlost. Immer wieder werde ich gefragt wie ich verantworten könne, dass meine Kinder so frei aufwachsen. Würde jeder Mal an seine eigene Kindheit denken! Schön das Du daran erinnerst.

    Liebste Grüße Alexandra

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  5. Schön, deine Erinnerungen, liebe Jutta,

    sie rufen auch ganz viele in mir wach. Hach ja ... seufz.

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  6. Das hört sich toll an. Mein Dad erzählt immer Storries von km weit überfrorenen Wiesen auf denen Schlittschuh gelaufen wurde, von einer Sandstraße, aber auch von Waffen, die im Wald herum lagen... Lg

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  7. Hallo liebe Jutta,
    das klingt beneidenswert. Viel Natur gab es zwar bei uns auch noch, aber ich war doch sehr "überbehütet" (um es mal positiv auszudrücken) und somit meist ohne Freunde. Meine Kindheit ist nicht unbedingt der Lebensabschnitt, an den ich mich gerne erinnere.
    Herzliche Grüße
    Elke

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  8. Liebe Jutta, so war es ja bei uns auch.
    Mit Puppen spielen, das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Da ich vor allem von gemeinsamen Spielen berichtete - mit vielen Kindern.
    Langeweile kannten wir nicht, und draußen spielen ging einfach, weil noch keine Autos fuhren.
    Einen Sandkasten hattet ihr auch hinterm Haus, Klasse.
    Es gleicht sich ne Menge an Spielen der Zeit damals.
    Verspielte Grüße Bärbel

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  9. Hallo Jutta,
    für die Spielideen, die wir als Kinder hatten, brauchte man kaum Geld. In der Fantasie entstanden ganze Schlösser. Es ist ein angenehmes, bejahendes Gefühl, die eigene Kindheit in anderen Menschen zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Beate

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  10. Wenn ich deine Zeilen hier lese, liebe Jutta, dann erinnert mich all dein Erlebtes an meine eigene Kindheit, Ganz so viel mit Puppen habe ich zwar nicht gespielt, ich habe mir immer die Autos von meinem Bruder geschnappt und er fuhr auch schon mal meinen Puppenwagen durch den Hof.:-)
    Aber wir haben damals auch viel auf der Straße mit allen Nachbarkindern gespielt, mit Murmeln, Fußball wurde gekickt und ich bin sehr gerne Rollschuhe gelaufen und habe zum Leidwesen meiner Mutter immer Löcher in den Strumpfhosen an den Knien gehabt, die sie aber dann fein säuberlich stopfte. Gestopfte Knie waren mein Markenzeichen, aber das war mir eigentlich egal.
    Oh ja, alles in allem hatte ich eine schöne Kindheit. :-)

    Liebe Grüße und eine schöne sonnige Woche für dich
    Christa

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  11. Es hört sich an, als hätten wir alle eine ähnliche Kindheit gehabt. Alles spielte sich im Freien ab, und wir waren immer viele Kinder...
    und wir waren glücklich.......
    Liebe Grüße, Karin

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